Freiwillige Feuerwehr Moorenbrunn
© Tino Pfeifer 2011
Chronik
Altes Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Moorenbrunn
Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Moorenbrunn bis heute
Kaum waren 1934 die ersten Häuser in Moorenbrunn bezogen, kam die Furcht vor Feuer auf.
Dazu hatten die ersten Bewohner auch berechtigten Grund. Da es keinen elektrischen Strom gab,
wurden Petroleumlampen und Wachskerzen zur Beleuchtung eingesetzt.
Die Herde und Öfen beheizte man mit Holz und Reisig. Auf den Dachböden lagerte man Heu und
Stroh für die damals vorhandenen Kleintiere. Für mehrere Siedlerstellen waren nur Handpumpenbrunnen
als Wasserstellen vorhanden.
Deshalb schlossen sich die ersten Siedler der Freiwilligen Feuerwehr Altenfurt an, um den Ernstfall zu
üben. Mit der fortschreitenden Bebauung Moorenbrunns, kam der Gedanke einer eigenen Feuerwehr
in den Sinn.
Gründung
Am 05.01.1937 wurden im Gasthof “Tut” die Freiwillige Feuerwehr Moorenbrunn gegründet.
Welches Gerät sollte man sich beschaffen um den Brandschutz sicherstellen zu können?
Die damaligen Kameraden bauten eiunen Handkarren und beluden ihn mit Brechwerkzeugen und Eimern.
1938 wurden die Wasserleitungen mit Hydranten in den Straßen Installiert, aus diesem Grund wurden
Schläuche und Strahlrohre besorgt um die Löscharbeiten effektiver dorchführen zu können.
Mit Kriegsbeginn änderte sich so manches bei der Feuerwehr. War man bisher selbstständig, so gehörte
man nun der Feuerschutzpolizei an. Eigenbeschaffung wurde durch Zuteilung von Gerät ersetzt.
So kam ein Tragkraftspritzenanhänger TS 8 nach Moorenbrunn. Aber wo sollte man das Gerät unterstellen?
1940 bauten die noch nicht zur Wehrmacht eingezogenen Kameraden in Eigenleistung ein Gerätehaus,
dass für die damaligen Verhältnisse sehr groß und modern war. Aber trotzdem wurde der Anhänger
immer noch im Mannschaftszug bewegt.Also, war wieder Eigenleistung gefragt.
1943 wurde ein ehemaliges Taxi, Marke “Brennabor” zum Zugfahrzeug, dass eine Löschgruppe befördern
konnte, für den Anhänger umgebaut.
Durch die immer stärker werdende Bombenangriffe, mussten die Kameraden immer häufiger zur Brandbekämpfung nach Nürnberg. In dieser schweren Zeit wurden
unvorstellbare Leistungen erbracht. Nach und nach waren durch die Einberufung zum Militär immer weniger Männer vorhanden. Das Bestehen der Feuerwehr wurde
durch eine Frauen- und Jugendgruppe gesichert.
Kriegsende
Die amerikanischen Besatzer warfen nach Kriegsende alles Gerät aus dem Gerätehaus und wandelten dies in ein Gefängnis um.
Der Tragkraftspritzen-Anhänger verschwand auf Nimmerwiedersehen und das Zugfahrzeug wurde so beschädigt, dass es nicht mehr repariert werden konnte.
Die Freiwillige Feuerwehr Moorenbrunn stand somit vor dem nichts und konnte den Brandschutz nicht mehr sicher Stellen.
Neubeginn
Ein alter Tragkraftspritzen-Anhänger (TSA) wurde “organisiert” und wieder einsatzbereit gemacht. 13 Jahre lang ging es wieder im Mannschaftszug zu Übungen und
Einsätzen. Im Mai 1958 kam endlich das erste “richtige” Feuerwehrauto, Ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 der Marke “Opel Blitz”.
Oh weh, das einst so große Gerätehaus war zu klein für das Fahrzeug. In Eigenleistung wurde der Sturz angehoben und die Tore nach oben verlängert. Wegen des
zusätzlich untergestellten Anhängers war für die nächsten 15 Jahre ein Künstler als Fahrer notwendig.
Im Jahr 1973 kann die Wehr das neue Gerätehaus in der Bregenzer Straße beziehen. Durch die Eingemeindung der Stadt Nürnberg übernimmt die Wehr einen
Löschzug “Wasser” des Katastrophenschutzes vom aufgelösten Löschzug Straßenholz. Ausgerüstet war man nun mit drei großen Magirus-Fahrzeugen.
Ein Tanklöschfahrzeug 16/24, ein Löschgruppenfahrzeug 16-TS und ein
Schlauchkraftwagen waren nun in den Besitz der Freiwilligen Feuerwehr
Moorenbrunn übergegangen. Mit der Unterbringung der Fahrzeuge dürfte man
keine Probleme haben, dachte man. Das “alte” Gerätehaus war aber wieder zu klein
für die großen Löschfahrzeuge. Nachdem der Weg nach oben ausgeschöpft war,
ging man nach unten, Wen verwundert es, wieder in Eigenleistung: den Boden
ausheben, die Tore nach unten verlängern und das Haus komplett renovieren.
im September 1987 feierte die Wehr ihr 50-jähriges Bestehen mit Weihe der neuen
Vereinsfahne. Bis 1989 war die Welt für die Freiwillige Feuerwehr Moorenbrunn
in Ordnung. Dann im Herbst wurde das geliebte und dringend benötigte
Tanklöschfahrzeug aus Altersgründen außer Dienst gestellt. Dafür kam ein neues
LF16-TS jedoch ohne Wasser. Bei durchschnittlichen 5 Einsätzen im Jahr, war dies
noch zu verkraften.
1990 fand wiederum ein neues Fahrzeug den Weg nach Moorenbrunn. Wie konnte
es anders sein, ein zweites LF16-TS. Durch eine Änderung im Konzept des
Katastrophenschutzes war kein wasserführendes Fahrzeug mehr vorgesehen.
1992 wurde das Einsatzgebiet der Wehr erweitert. Automatisch stieg die Zahl der
Alarmierungen von durchschnittlich 5 pro Jahr auf über 100 im Jahr 1994.
Das alles ohne Wasser an Bord. Sie können sicher vorstellen, dass die
Brandbekämpfung bzw. Hilfeleistung durch so etwas erschwert wird.
Im März 1996 wurde uns ein nagelneuer Schlauchwagen SW 2000-Trupp zugeteilt. Damit war der Löschzug “Wasser” wieder komplett. Um dieses Fahrzeug
unterzubringen, musste man das “alte” Gerätehaus erneut einem Umbau unterziehen. Die geschah natürlich wieder in Eigenleistung.
Durch neuerliche Änderungen um Konzept des Katastrophenschutzes wird im Oktober 1997 eines unserer Löschfahrzeuge abgezogen und zu einer anderen Einheit in
der Oberpfalz abgegeben. Vieleicht können nun unsere Wehrmänner auf ein “modernes”, wasserführendes Fahrzeug, aus dem Bestand der Berufsfeuerwehr hoffen!
Im August 2004 übernehmen wir gemeinsam mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg-Altenfurt die KatS-Einheit “Unterstützungsgruppe - Örtliche
Einsatzleitung (UG-ÖEL) vom Ordnungsamt. Ein Führungskraftwagen und ein Komm-Koffer wird übernommen. Diese Einheit soll auch die Besatzung des ELW-3
der Berufsfeuerwehr unterstützen bzw. bei längeren Einsätzen ablösen.
Im April 2005 vollzieht sich ein einschneidender Wechsel. Wir geben den Schlauchwagen an die Freiwillige Feuerwehr Nürnberg-Worzeldorf ab und erhalten
dafür das ehemalige LF16 der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg-Eibach. Nun haben wir nach 16 Jahren endlich wieder ein wasserführendes Löschfahrzeug bei unserer
Wehr stationiert.
Im Laufe der Jahre veränderte sich das Einsatzgeschehen der Feuerwehren. Stand früher Brandbekämpfung im Vordergrund, so hat sich der Schwerpunkt heute zu den
technischen Hilfeleistungen hin verschoben. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, führten wir zahlreiche Eigenbeschaffungen durch:
- Nässeschutzjacke für Unwetter- und Wintereinsätze
- Motorsäge und Tauchpumpe für Unwettereinsätze
- Funkmeldeempfänger zur stillen Alarmierung
- Hydraulischer Rettungssatz mit Zubehör
- um bei Verkehrsunfällen helfen zu können
- Notfallkoffer und medizinische Halskrausen
- Handsprechfunkgeräte
- Schlauchtragekörbe
- Nomex Brandschutzbekleidung
Unterstützt wird die aktive Mannschaft von einem starken Verein, der unseren Wünschen immer offen gegenübersteht.
Weiterhin müssen wir auch der Moorenbrunner Bevölkerung und den unterstützenden Firmen für die zahlreichen Spenden danken.
Ein besonderer Dank geht an die Kreissparkasse Nürnberg, Zweigstelle Moorenbrunn, die uns bis heute noch mit großzügingen Spenden unterstützt.
Erwähnenswert ist auch die Unterstützung bei der Anschaffung der Vereinsfahne und bei Vereinsausflügen.
Die Freiwillige Feuerwehr wird auch weiterhin für den Schutz, der uns anvertrauten Bevölkerung sorgen!
Ihre Freiwillige Feuerwehr Nürnberg-Moorenbrunn
Kommandant : Oskar Kleemeier
Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Moorenbrunn